Bodenkunde und Düngung

Der richtige Boden für eine erfolgreiche Gartensaison

Der Boden in Ihrem Garten ist das Fundament, eine optimale Nährstoffversorgung die beste Voraussetzung für gute Ernten von gesundem, leckerem Gemüse. Lernen Sie mit uns Ihren Gartenboden besser kennen.

In unserem Ratgeber geben wir Ihnen außerdem Tipps, wie Sie mit dem richtigen Dünger die Gemüsepflanzen optimal beim Wachsen und Gedeihen unterstützen.

Ratgeber-Inhalt

  • Was wächst wo?
  • Der richtige Dünger
  • Kompost im Garten
  • Tierische Dünger
  • Pflanzliche Dünger
  • Die richtige Menge macht's

Böden sind in Schichten, sogenannte Horizonte unterteilt. Für Gärtnerinnen und Gärtner ist die oberste Schicht, der sogenannte A-Horizont, besonders wichtig. Hier vermischt sich organische Substanz mit mineralischen Bestandteilen, hier zersetzen sich Tier- und Pflanzenteile. Diese Schicht wird auch Mutterboden oder Krume genannt, wobei in jedem Garten eine bestimmte Bodenart vorherrscht. Je nach Körnung der Bodenpartikel unterscheidet man Sand-, Lehm- und Tonböden.

Boden

Wir können den Boden im Gemüsegarten durch viele verschiedene Maßnahmen pflegen und bewahren, das Bodenleben aktivieren und so für gute Ernten sorgen. Zunächst sollte man aber wissen, um was für einen Boden es sich im Garten eigentlich handelt. Die drei wichtigsten Bodenarten sind Sand-, Lehm- und Tonböden. In Reinform kommen sie im Garten aber kaum vor. Meist handelt es sich um lehmigen Sand, sandigen Lehm oder tonigen Lehm. Sandböden sind sehr grobkörnig und durchlässig. Sie können Wasser nicht gut halten und dadurch waschen sich auch Nährstoffe leichter aus. Allerdings erwärmen sich Sandböden recht schnell. Lehmige Böden sind feiner gekörnt und haben ein gutes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen. Überwiegend tonhaltige Böden werden auch als "schwere Böden" bezeichnet, sie sind nämlich schwer zu bearbeiten. Die Bodenpartikel sind so feinkörnig, dass sie sehr dicht und porenarm sind, sodass Wasser nur langsam versickert. Erst wenn der Boden gut abgetrocknet ist, kann gehackt, gesät und gepflanzt werden.

Gut zu wissen

Eine einfache Fingerprobe gibt schnell Auskunft über die Bodenbeschaffenheit. Nehmen Sie etwas Erde in die Hand, die anschließend leicht befeuchtet wird. Fühlt sich der Boden grobkörnig an und lässt er sich nicht zu einer Wurst oder Kugel formen, haben Sie einen überwiegend sandigen Boden im Garten. Bei einem lehmigen Boden merkt man ganz schnell: Dieser ist weich und kompakt und lässt sich gut formen. Der Fachbegriff hierfür ist schluffig. Tonige Böden sind perfekt formbar, fast zu gut für das Pflanzenwachstum, denn sie werden gleich sehr dicht und fest.

Was wächst wo?

Setzen Sie auf Gemüse, das sich in Ihrem Garten wohlfühlt. Auf schweren, tonigen Böden, wo die Erde nach einem Regen an den Stiefeln klebt, wachsen viele Gemüsearten, nur Salat hat es schwer, dieser fault recht oft. Und auch mit Wurzelgemüsen werden Sie möglicherweise nicht wirklich froh: Karotten werden beispielsweise beinig, weil die Wurzeln nicht tief genug in den verdichteten Boden eindringen können. Hier können Sorten mit runden Knollen eine Alternative sein. Sie können dem Boden aber auch etwas Gutes tun und ihn mit Sand vermischen und/oder mit Kompostgaben auflockern. Das sorgt für eine bessere Durchlüftung und macht ihn lockerer. Leichte, sandige Böden sind etwas für Wurzelgemüse, Kürbis, Zucchini, Winterzwiebeln, Knoblauch und Paprika. Um die Erde bindiger, also feinkörniger, zu machen, kann man regelmäßig Stein- oder Tonmehl einarbeiten. Dadurch erhöht sich die Wasserhaltefähigkeit und es stehen auch mehr Nährstoffe zur Verfügung.

Wenn Sie "steinreich" sind und sich die Steine in Ihrem Garten zu vermehren scheinen, dann ist das gar nicht so schlimm. Die Steinchen sind für den Boden eine gute Drainage. Nur Kartoffeln und Karotten haben zu kämpfen. Am besten die größeren Steine immer wieder absammeln.

Der richtige Dünger

Pflanzen brauchen Nährstoffe zum Wachsen und Gedeihen - das ist sozusagen ihr Futter. Die einen benötigen mehr, die anderen weniger. Bei schnell wachsendem Gemüse wie Radieschen, Salat &Co. reicht meist schon eine Kompostgabe. Starkzehrer wie Lauch und Kohlgewächse sind etwas anspruchsvoller. Wie hoch der jeweilige Nähstoffbedarf der einzelnen Gemüsesorten ist, können Sie unserem Kulturkalender entnehmen.

Gut zu wissen

Um den Boden nicht zu überdüngen, sollten Sie wissen, welche Nährstoffe im Gartenboden enthalten sind. Eine Bodenprobe kann darüber Aufschluss geben. Verschiedene Bodenlabore bieten die Untersuchung von Gartenböden an und geben dann mit dem Ergebnis auch gleich eine Düngeempfehlung ab.

Auf dem Markt finden sich jede Menge unterschiedliche Dünger, viele davon zählen zu den mineralischen Volldüngern, die überwiegend Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten. Diese Nährstoffe werden schnell von den Pflanzen aufgenommen. Nachteil: Häufig wird zu viel gedüngt, was auf längere Zeit die Fruchtbarkeit von Böden reduziert. Außerdem werden die leicht wasserlöslichen Mineraldünger relativ schnell ausgewaschen und gelangen dann ins Grundwasser.
Um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern, sind deshalb organische Dünger, die aus natürlichen Rohstoffen bestehen, oft viel effektiver. Die enthaltenen Nährstoffe sind nicht sofort verfügbar, sondern werden nach und nach abgegeben, und das ist für ein gleichmäßiges Wachstum besser. Fast alle organischen Dünger sind Langzeitdünger. Zuerst einmal müssen Mikroorganismen die Dünger zersetzen, bevor die Nährstoffe dann von den Pflanzen aufgenommen werden können. Eine nachhaltige Versorgung des Bodens und der Pflanzen ist damit gesichert und eine Überdüngung meist ausgeschlossen.

Kompost im Garten

Zu den besten Gartendüngern, die gleichzeitig auch den Boden verbessern, zählt Kompost. Organisches Material, das im Garten, aber auch in der Küche anfällt, z.B. Astschnitt, liegen gebliebene Gemüseblätter, Rasenschnitt, Gemüseabfall, der in der Küche anfällt, wird auf dem Kompost aufgeschichtet. Mikroorganismen, Bakterien, Pilze, Asseln, Würmer und mehr zersetzen das Ganze und wandeln es in gute Komposterde um. So werden nährstoffhaltige Pflanzenreste wieder dem gärtnerischen Kreislauf zugeführt. Mit Komposterde können Sie den Boden auf natürliche Weise düngen. Welche organischen Abfälle auf den Kompost gehören, welcher Komposter - vom Thermokomposter über den offenen Komposter bis zum Trommelkomposter - für Sie der richtige ist und vieles mehr zum Thema Kompost finden Sie in unserem Ratgeber Kompostieren . Ist kein Platz für einen Komposter, dann bekommen Sie Komposterde auch im Fachhandel.

Komposter

Tierische Dünger

Viele organische Dünger sind tierischen Ursprungs, besonders gerne werden Horndünger eingesetzt, die vor allem stickstoffhaltig sind. Wenn im Boden durch Kompostzufuhr und Humus genügend Phosphor, Kalium und die wichtigsten Mikronährstoffe, wie Eisen, enthalten sind, dann ist eine Düngung mit Hornspänen oder Hornmehl optimal.
Hornspäne sind gröber und brauchen länger, bis der Stickstoff den Pflanzen zur Verfügung steht, Hornmehl ist dagegen feiner gemahlen, löst sich schneller und wirkt somit auch schneller.

Auch Stallmist ist ein guter Dünger, der allerdings mehr als nur Stickstoff enthält. Aber das ist abhängig vom Misttyp – also ob der Mist von Pferd, Rind, Geflügel oder Schaf stammt – und von der Lagerdauer. Frischer Dung ist nämlich in den meisten Fällen zu scharf, er schädigt die Pflanzenwurzeln. Pferdemist ist für beinahe alle Gemüse gut geeignet. Er enthält Stickstoff, Magnesium, Phosphor und Kalium und hat eine hohe Wasserbindekraft. Rindermist ist ebenfalls ein Allzweckdünger und für alle Böden und Pflanzen geeignet. Sogar mit Schafwolle – ein Mehrnährstoff- und Langzeitdünger – können Sie das Gemüse düngen. Etwas nicht gereinigte Schafwolle wird zerrupft ins Pflanzloch gegeben oder um größere Pflanzen herumgelegt. Wer keinen Schäfer in der Nähe hat, kann mit Wollpellets düngen. Meist müssen Sie nur einmal damit düngen, das reicht schon aus, die Pellets sollten aber direkt ins Pflanzloch gegeben oder um die Pflanzen herum in den Boden eingearbeitet werden. Auch Dung gibt es als praktische Pellets zu kaufen. Dessen Ausbringung ist etwas einfacher.

Pflanzliche Dünger

Pflanzen düngen Pflanzen – das geht natürlich auch. Brennnesseln sind beispielsweise ein wirksamer Stickstoff- und Kaliumlieferant. Bevor die Pflanzen ihre Düngewirkung entfalten, muss man aber eine Brühe oder Jauche daraus herstellen. Für Jauchen aus Brennnesseln oder Beinwell setzt man 1 kg frisches Pflanzenmaterial mit 10 l Wasser an und lässt das Ganze dann 2-3 Wochen gären. Die Jauche ist fertig, wenn sich die Blätter und anderen Pflanzenteile am Boden absetzen. Dann wird abgeseiht und das Pflanzenwasser – im Verhältnis 1:10 verdünnt – um den Wurzelbereich der Pflanzen ausgebracht. Alle 14 Tage können Sie mit Pflanzenjauchen düngen und stärken die Pflanzen gleichzeitig damit.

Dünger Nährstoffe Ausbringung
Hornspäne / Hornmehl Überwiegend Stickstoff Vor der Aussaat bzw. während der Vegetationsperiode
Pferde- und Rinderdung Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium Der Mist muss gut abgelagert sein; als Grunddüngung im Frühjahr und zur Nachdüngung im Herbst
Kompost Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium, Kalzium Während der Vegetationsperiode, hauptsächlich im Frühjahr
Schafwollpellets Stickstoff, Schwefel, Kalium, Magnesium, Phosphor Während der Vegetationsperiode
Brennnesseljauche Stickstoff und Kalium Während der Vegetationszeit

Gut zu wissen

Gesteinsmehle – eine wertvolle Alternative

Als Dünger haben sich außerdem Gesteinsmehle bewährt, welche wertvolle Spurenelemente enthalten.
Urgesteinsmehl versorgt den Boden und somit die Pflanzen mit wertvollen Nährstoffen. Ein weiteres Plus: durch die enthaltene Kieselsäure werden die Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Pflanzenkrankheiten.

Die richtige Menge macht's – Über- und Unterdüngung

Zu viel Dünger vertragen Gemüse und alle anderen Pflanzen nicht sehr gut. Sie wachsen dann zwar sehr schneller, das Gewebe wird aber auch weicher, Schädlinge und Pilzkrankheiten haben dann leichtes Spiel und hochwachsende Gemüse, wie verschiedene Buschbohnensorten, verlieren an Standfestigkeit.

Wie erkennt man einen Nährstoffmangel?

  • Fehlt den Pflanzen Stickstoff, so erkennen Sie das häufig an gelb werdenden Blättern.
  • Schlappe, welke Blätter, die vom Rand her trocken werden, deuten auf einen Kaliummangel hin.
  • Bei einem Magnesiummangel bleiben die Blattadern grün, das restliche Blattgewebe wird gelb.
  • Ein Kalziummangel führt z.B. bei Tomaten zur Blütenendfäule. Dabei entstehen braune Stellen vor allem an der Blütenansatzstelle.
  • Bei einem Phosphormangel bleiben die Blätter klein, die Blätter wirken starr und verfärben sich rötlich.
Opa mit Kind im Gewächshaus
Mit der richtigen Vorbereitung des Bodens und entsprechender Düngung legen Sie bereits vor der Pflanzung ein wichtiges Fundament für ein erfolgreiches Gartenjahr und eine üppige Ernte.
Paar vor Gewächshaus mit Ernte
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