Sonne und Wärme sind die Grundvoraussetzungen für das beliebte, mediterrane Gemüse. Im Gewächshaus finden Auberginen die besten Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen. Aber auch an sonnigen, warmen und geschützten Plätzen im Garten ist ein Anbau möglich.
Ursprünglich stammen Auberginen aus tropischen und subtropischen Regionen Asiens und verbreiteten sich von dort bis in den Mittelmeerraum. Vor allem aus der griechischen Küche kennen wir die besonderen Früchte, deren Anbau im Freien noch vor zwanzig Jahren bei uns lediglich in Weinbaugebieten möglich war. Mit steigenden Temperaturen und dem fortschreitenden Klimawandel werden die beliebten Auberginen auch weiter nördlich in so manchen Garten Einzug halten. Dennoch: Der Anbau im Gewächshaus ist am sichersten.
Die Farbe der Auberginenfrüchte ist umwerfend. Die glänzenden, meist tiefvioletten Früchte sind ein echter Augenschmaus, zudem sind sie vielseitig in der Küche verwendbar, z. B. gefüllt, als Auflauf oder in Scheiben geschnitten und gebraten. Dass man Auberginen auch unter dem Namen Eierfrucht kennt, liegt wohl daran, dass die ersten bei uns erhältlichen Früchte gelb oder weiß und eiförmig waren. Die Sorte „Blanche ronde à œuf“ bildet diese attraktiven Früchte aus. Empfehlenswert sind außerdem die runde Aubergine „Syrie“, die längliche „Blaukönigin“, „De Barbentane“ und „Lea“, eine robuste, kleinfruchtige Auberginensorte mit Freilandeignung.
Damit Auberginen optimal wachsen, benötigen sie vor allem eines: Wärme. Ein sonniger, windgeschützter Standort ist daher unerlässlich. Im Gewächshaus lassen sich diese Bedingungen meist besser kontrollieren, weshalb sich der Anbau dort besonders anbietet. Im Garten ist eine erfolgreiche Kultur möglich, wenn Sie den Pflanzen einen geschützten Platz bieten können, beispielsweise an einer südlichen Hauswand. Der Boden sollte locker, humusreich und gut durchlässig sein. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist wichtig, Staunässe darf es aber nicht geben, die mögen Auberginen gar nicht. Eine gute Bodenstruktur, angereichert mit Kompost, bildet die ideale Grundlage für die Starkzehrer.
Während klassische Gewächshäuser das ideale Rundum-Sorglos-Klima bieten, führen wir in unserem Sortiment auch zahlreiche kompakte Pflanzenhäuser, Tomatenhäuser oder spezielle Schutzdächer. Diese bieten den wärmeliebenden Auberginen den nötigen Schutz vor Witterung und Kälte, lassen sich aber auch auf kleineren Flächen oder direkt an der Hauswand flexibel einsetzen.
Da Auberginen eine lange Entwicklungszeit haben, beginnt der Anbau bereits früh im Jahr. Von Mitte Februar bis Mitte März können Sie im Haus oder in einem beheizten Gewächshaus mit der Aussaat beginnen. Ganz wichtig dabei ist eine konstante Keimtemperatur von etwa 24 bis 28 °C. Diese Temperaturen erreichen Sie am besten mit Anzuchtschalen samt integrierter Heizplatte oder – direkt für den Einsatz im Gewächshaus – mit wasserfesten Heizplatten. Weitere Tipps zum Thema Anzucht finden Sie auch in unserem Anzucht Ratgeber .
Die Samen werden etwa 0,5 bis 1 cm tief in Anzuchterde gelegt und gleichmäßig feucht gehalten. Nach ein bis zwei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Sobald die Pflanzen zwei bis drei echte Blätter entwickelt haben, werden sie in größere Töpfe pikiert. Jetzt kann man auch die Temperatur etwas reduzieren, allerdings ist das abhängig von der Lichtversorgung, die gerade jetzt sehr wichtig ist. Gewächshäuser sind meist sonnendurchflutet, sodass eine Temperatur von 26 °C ideal für die Pflanzen ist. Unter normalen Lichtbedingungen sind 22 °C perfekt.
Sind die Auberginen groß genug für ihren endgültigen Platz, dann sollten sie einen Abstand von 75 cm x 50 cm zueinander haben. Bauen Sie Auberginen nur alle vier Jahre auf demselben Beet an, außerdem nicht vor oder nach Tomaten oder Paprika, die zur selben Familie der Nachtschattengewächse zählen wie die Auberginen. Je nach Sorte können Aubergine bis zu 1,5 m hoch werden. Im Gewächshaus können sie beispielsweise an Schnüren aufgeleitet werden. Im Freiland bleiben die Pflanzen meist kleiner und bilden auch kleinere Früchte aus.
Die richtige Pflege entscheidet maßgeblich über den Ertrag. Auberginen sind Starkzehrer und sehr hungrig, eine regelmäßige Nährstoffversorgung ist deshalb wichtig. Neben der Grunddüngung mit Kompost oder organischem Dünger lohnt es sich, die Pflanzen alle 2-3 Wochen z. B. mit verdünnter Brennnesseljauche zu gießen. Alles über Bodenkunde und Dünger erfahren Sie auch in unserem Ratgeber .
Auch die Wasserversorgung spielt eine wichtige Rolle, vor allem während sich die Früchte bilden, haben die Pflanzen viel Durst. Der Boden sollte stets leicht feucht, aber niemals nass sein. Gegossen wird am besten morgens, möglichst direkt an der Wurzel, um Pilzkrankheiten und Schädlingen wie Blattläusen und Spinnmilben vorzubeugen, die sich in Trockenphasen gerne breitmachen. Lüften Sie im Gewächshaus regelmäßig, denn das sorgt für ein gesundes Klima. Vermeiden Sie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit um Krankheiten entgegenzuwirken. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber Klima im Gewächshaus .
Wie Tomaten können auch Auberginen ausgegeizt werden. Ob das sinnvoll ist oder nicht, darüber sind sich die Fachleute nicht einig. Werden die Seitentriebe, die in den Blattachseln der Pflanzen wachsen, ausgebrochen, bilden sich weniger, dafür aber größere und aromatischere Früchte. Manche Sorten bilden außerdem so viele Seitentriebe, dass die Blätter zu dicht stehen und Krankheiten begünstigen. Probieren Sie einfach selbst aus, was am besten funktioniert.
Auberginen bilden violette oder weiße Blüten, aus denen sich später die Früchte entwickeln, wenn sie ausreichend bestäubt wurden. Im Gewächshaus ist das allerdings nicht immer der Fall. Helfen Sie vorsichtig mit einem Pinsel nach oder schütteln Sie leicht an den Stängeln. Sie können auch Blühpflanzen in die Nähe setzen, die dann Nützlinge anziehen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Ratgeber "Naturnah gärtnern und Nützlinge fördern" . Die Früchte sind zunächst klein und unscheinbar, entwickeln aber mit der Zeit ihre typische Form und Farbe.
Die Erntezeit beginnt meist ab Juli und kann bis in den Herbst hinein andauern. Der ideale Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn die Früchte ihre volle Farbe entwickelt haben und die Schale glänzt. Das Fruchtfleisch sollte fest, aber nicht hart sein. Ein einfacher Test: Gibt die Aubergine auf leichten Druck etwas nach, ist sie erntereif.
Zu lange an der Pflanze belassene Früchte verlieren an Geschmack und können bitter werden. Geerntet wird mit einem scharfen Messer oder einer Schere, da die Stiele recht fest sind. Es ist ratsam, ein Stück des Stiels an der Frucht zu belassen, um die Haltbarkeit zu verlängern.
Ob klassisch mediterran oder modern und leicht zubereitet – die Aubergine ist ein echtes Allround-Talent in der Küche. Mit ihrem milden Eigengeschmack und der schwammartigen Struktur saugt sie Aromen von Gewürzen, Knoblauch und feinem Olivenöl förmlich auf. Besonders gegrillt, gebacken oder als cremiges Püree entfaltet sie ihr volles Potenzial, da die Hitze das Fruchtfleisch wunderbar zart und cremig macht. Ein kleiner Tipp: Leichtes Salzen vor dem Anbraten entzieht etwas Wasser und sorgt dafür, dass sich die Aubergine nicht zu sehr mit Öl vollsaugt. Besonders gut harmoniert das Gemüse mit mediterranen Kräutern, fruchtigen Tomaten und kräftigem Käse. Hier haben wir zwei Favoriten aus unserem Team für Sie zusammengestellt.
Zutaten für 4 Personen:
Zubereitung:
Die Auberginen waschen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Auf einem Küchenpapier auslegen, salzen und 20 Minuten ziehen lassen. Danach trocken tupfen und in einer Pfanne mit Olivenöl von beiden Seiten goldbraun anbraten. Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln und zusammen mit dem Hackfleisch krümelig anbraten. Die Tomaten hinzugeben, mit Salz, Pfeffer, Oregano und einer Prise Zimt würzen und die Sauce ca. 15 Minuten einköcheln lassen.
Für die Béchamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl mit einem Schneebesen einrühren und leicht anschwitzen. Unter ständigem Rühren die Milch hinzugeben. Aufkochen lassen, bis die Sauce andickt, dann mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. In einer gefetteten Auflaufform abwechselnd Auberginenscheiben und Hackfleischsauce schichten. Mit einer Schicht Auberginen abschließen, die Béchamelsauce darüber verteilen und mit dem Käse bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C Ober-/Unterhitze ca. 40 bis 45 Minuten goldbraun backen. Vor dem Anschneiden kurz ruhen lassen.
Zutaten für 4 Personen (als Beilage oder leichtes Hauptgericht):
Zubereitung:
Den Backofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) vorheizen. Die Auberginen waschen, längs halbieren und das Fruchtfleisch mit einem Messer tief rautenförmig einschneiden (dabei darauf achten, die Haut nicht zu durchtrennen). Die Auberginenhälften großzügig mit dem Olivenöl bepinseln, sodass es in die Ritzen einziehen kann. Mit Salz, Pfeffer und der Gewürzmischung bestreuen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und im heißen Ofen ca. 35 bis 40 Minuten backen, bis das Fruchtfleisch ganz weich und die Oberfläche goldbraun karamellisiert ist.
In der Zwischenzeit für den Dip den griechischen Joghurt mit der gepressten Knoblauchzehe und einem Spritzer Zitronensaft verrühren. Die Minzblätter fein hacken, unterheben und den Dip mit einer Prise Salz abschmecken. Die warmen Auberginenhälften aus dem Ofen nehmen, auf Tellern anrichten und jeweils einen großzügigen Klecks des erfrischenden Joghurt-Dips direkt auf das warme Fruchtfleisch geben. Wer mag, streut noch ein paar Granatapfelkerne darüber. Das Gericht schmeckt fantastisch mit einem Stück Fladenbrot oder als Beilage zum sommerlichen Grillen.
Auberginen im eigenen Garten oder Gewächshaus anzubauen, ist mit dem richtigen Wissen rund um Standort und Pflege problemlos machbar. Wenn Sie den wärmeliebenden Pflanzen einen sonnigen, geschützten Platz bieten und sie mit ausreichend Wasser sowie Nährstoffen versorgen, werden Sie mit einer reichen Ernte belohnt. Optisch sind die kräftigen Pflanzen mit ihren meist tiefvioletten Früchten zudem eine echte Bereicherung für jedes Beet.
Mit etwas Geduld während der langen Anzuchtphase holen Sie sich nicht nur einen tollen Blickfang, sondern auch ein köstliches Stück mediterraner Lebensart direkt nach Hause. Trauen Sie sich einfach an die Kultur und genießen Sie schon bald Ihre selbst geernteten Eierfrüchte – ob vom Grill, aus dem Ofen oder klassisch als Moussaka.