Kräftige Farben in Rot, Orange, Gelb, Violett oder Grün, und Formen von länglich bis blockig, von platt bis eckig-spitz – Paprika setzen im Garten und Gewächshaus farbliche und kulinarische Akzente. Grund genug sie selbst anzubauen.
Zur Paprika gehören auch die Chilis, beide sind der botanischen Gattung Capsicum zugeordnet. Alle Infos über das Trendgemüse Chili, vom Anbau bis zu den Schärfegraden, finden Sie in unserem Ratgeber über Chili .
Die Früchte der Gemüse-Paprika – es handelt sich um Beeren nicht um Schoten – sind im Gegensatz zu den scharfen Chilis aromatisch mild bis würzig, mitunter mit einer leichten Süße. Daneben gibt es auch Gewürz-Paprika, die etwas kleiner und schärfer im Geschmack sind, weil sie eine geringe Menge Capsaicin enthalten, dem Inhaltsstoff, der bei Chilis den Schärfegrad bestimmt. Aus einer großen Sortenvielfalt können Sie sich Ihre Lieblingsfarbe und -form aussuchen, außerdem die geschmacklichen Eigenschaften und die Reifezeit.
Ganz allgemein gilt: Werden Paprikafrüchte bis zur Reife an der Pflanze gelassen, wechseln ihre Farben je nach Sorte von grün nach gelb, orange oder rot. Es gibt aber auch Sorten, die bis zur Ernte grün bleiben und andere, die violette, braune oder sogar schwarze Früchte produzieren.
Wussten Sie, dass Paprika besonders gute Lieferanten von Vitamin A und C sind? Sie enthalten sogar mehr Vitamin C als Orangen. Rote und gelbe Paprika sind dabei reicher an Vitamin C als grüne Früchte.
Wer sich noch nicht gleich an die Anzucht von Paprika traut, kann erst einmal auf Jungpflanzen aus der Gärtnerei oder dem Gartencenter zurückgreifen. Mittlerweile gibt es auch hier schon eine gute Sortenauswahl. Früher oder später – wenn Sie vom "Paprikafieber" erfasst sind – werden Sie aber nicht umhinkommen, das Gemüse aus Samen selbst anzuziehen. Nur dann können Sie nämlich all die wunderbaren, besonderen Sorten anbauen und testen.
| Paprikasorte | Farbe | Form | Freiland | Gewächshaus | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Zazu | Gelb | Spitz | Die Früchte sind lange haltbar und haben einen süßen Geschmack | ||
| Sweet Chocolate | Schokoladenbraun | Länglich | Kompakter Wuchs | ||
| Radja | Gelb | Abgestumpft, konisch | Robuste, niedrige Sorte | ||
| Roter Augsburger | Rot | Spitz | Sehr frühe Reife von Grün über Orange nach Rot | ||
| Pantos | Dunkelgrün bis dunkelrot | Dreieckig, lang | Sehr wüchsig und gesund; Stütze nötig | ||
| Runde Ungarische | Rot | Wie Tomaten | Späte Ernte ab September | ||
| Petit Marsellais | Leuchtend orange | Blockpaprika | Die Früchte haben eine leichte Schärfe |
Damit Sie Spaß an dem Gemüse haben und richtig viel ernten, ist ein wenig Grundwissen rund um Anzucht und Anbau unabdingbar. Paprika stammen ursprünglich aus den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas und brauchen vor allem Wärme und Licht. Es lohnt sich deshalb, von Anfang an z. B. spezielle Anzuchtgefäße mit transparentem Deckel, Heizplatten, Anzuchtkästen oder sogar spezielle Anzuchthäuser einzusetzen. Stimmen Temperatur oder Lichtverhältnisse nicht, haben die Keimlinge und Jungpflanzen es schwer, sich gut zu entwickeln und das wirkt sich zu guter Letzt auch auf die Gesundheit und Ernte der Paprika aus. Weitere Informationen und Tipps finden Sie in unserem Anzucht Ratgeber .
Ende Januar bis Mitte Februar können Sie die Samen in die vorbereiteten Gefäße auf nährstoffarme Anzuchterde legen und kontinuierlich leicht feucht halten. Sie werden nur ein wenig mit Erde bedeckt, eine konstante Keimtemperatur von 24-26 °C ist wichtig. Sobald die Keimblätter aus der Erde spitzen – das ist meist nach 10-14 Tagen der Fall – brauchen die Pflänzchen Licht. Ist der Standort nicht ganz so hell, dann senkt man die Temperatur auf ca. 22 °C, denn sonst werden die Pflänzchen lang und schmal wachsen: sie vergeilen.
Nach etwa 3-4 Wochen kann dann schon pikiert werden, d.h. die Jungpflanzen werden in größere Gefäße mit nährstoffreicher Erde umgetopft. Hochwertige Garten- oder Blumenerde eignet sich gut, die man am besten mit Lavasplitt, Blähtonkügelchen oder ähnlichem mischt, um Staunässe zu verhindern. Und wenn Sie die Erde selber mischen wollen: In einer Mischung aus gutem Kompost, Lavamulch oder Pflanzenkohle und Gartenerde im Verhältnis 1:1:1 fühlen sich Paprika sehr wohl.
Setzen Sie die Jungpflanzen ruhig bis zum ersten Blattpaar, also etwas tiefer als zuvor, in die Erde. Das regt die Wurzelbildung an und dient der Stabilität. Werden die Paprika nicht im Freiland oder im Gewächshaus ausgepflanzt, sondern bleiben im Kübel, können Sie die Jungpflanzen gleich in den endgültigen Topf setzen. 5 Liter ist dabei die minimale Topfgröße. Denken Sie immer daran: Je kleiner der Topf, umso weniger Erde passt rein und umso häufiger müssen Sie im Sommer gießen. 10-15 Liter Töpfe scheinen zunächst recht groß, hochwachsende Paprika sind aber dankbar für viel Platz. Hier können sich die Wurzeln gut entwickeln und die Erde trocknet nicht so schnell aus. Nach dem Pikieren sollte die Temperatur bei 20-22 °C liegen.
Paprika sind allesamt Sonnenanbeter und sie lieben es schön warm, so wie in ihrer Heimat Mittel- und Südamerika. Eine Ausnahme ist lediglich die Sibirische Hauspaprika, die auch mit weniger Licht auskommt. Beste Bedingungen zum Wachsen bekommen sie deshalb im warmen, geschützten Gewächshaus, zumal es hier keinen Wind gibt, der Pflanzen mit schweren Früchten leicht umknicken kann und keinen Hagel oder Starkregen, der Schäden anrichten kann. Im Gewächshaus wachsen die Pflanzen schneller, sie können früher ausgepflanzt und bis in den späten Herbst hinein geerntet werden.
Robuste und kompakt wachsende Sorten gedeihen auch gut im Freiland. Nach den Eisheiligen dürfen Paprikapflanzen ins Freie; die Temperaturen sollten konstant über 6 °C bleiben. Am besten werden sie langsam ans Sonnenlicht gewöhnt, indem man die Töpfe im Halbschatten aufstellt, abends wieder ins Haus oder Gewächshaus holt und nach und nach in die Sonne stellt. Der Abstand zwischen den Pflanzen hängt von ihrer endgültigen Größe ab und kann sogar bis zu 1 m betragen.
Eine hervorragende Alternative für den Garten bietet ein Hochbeet mit Schutzdach, zum Beispiel das Modell Erntewunder als fertiges Set. Die robuste Alukonstruktion mit integrierter Schneckensperre schützt die Pflanzen vor Schädlingen, während das bis zu 180 cm höhenverstellbare Dach aus hagelfesten Stegdoppelplatten in "Longlife-Plus"-Qualität die Früchte sicher vor Witterungsschäden bewahrt.
Häufig wird empfohlen die Königsblüte, also die erste Blüte herauszubrechen. Das muss aber nicht unbedingt sein, außer die Paprika fängt sehr früh zu blühen an. Ist die erste Frucht sehr groß, kann sie auch abgeschnitten werden, ansonsten wird alle Kraft in diese Frucht gesteckt und es entwickeln sich nur wenige andere und kleinere Früchte.
Schafwolldünger, Kompost , Pferdemist – für was auch immer Sie sich bei der Düngung entscheiden, Paprika sind hungrig und brauchen eine gute Nährstoffzufuhr. Feste organische Dünger können alle sechs Wochen nachgedüngt werden, Flüssigdünger verabreicht man alle zwei Wochen. Beachten Sie beim Dünger immer die Herstellerangaben. Stimmen Nährstoff- und Wasserversorgung, werden sich viele Blüten und Früchte bilden.
Ab wann geerntet werden kann ist abhängig von der Sorte, meist liegt die Zeit zwischen Juli und Oktober. Die typische Sortenfarbe und feste knackige Früchte zeigen an, wann es so weit ist. Lassen Sie die Paprika aber nicht zu lange hängen, ernten Sie regelmäßig. Das fördert neue Blüten und die Fruchtbildung. Mit einer sauberen scharfen Schere werden die Früchte abgeschnitten und vorsichtig in einen Korb gelegt. An einem kühlen Platz halten sie mehrere Tage.
Ob knackig-frisch direkt von der Pflanze oder herzhaft zubereitet – Paprika ist ein echtes Allround-Talent in der Küche. Roh genossen liefert sie die höchste Konzentration an Vitamin C und bereichert jeden Salat durch ihre natürliche Süße und ihren Biss. Doch auch gegrillt, gefüllt oder als Basis für cremige Saucen entfaltet sie ihr volles Aroma, da die Hitze den enthaltenen Fruchtzucker leicht karamellisiert. Besonders gut harmoniert das Gemüse mit mediterranen Kräutern wie Rosmarin und Thymian, aber auch mit kräftigen Gewürzen wie Kreuzkümmel, geräucherter Paprika oder Chili. Hier haben wir zwei Favoriten aus unserem Team für Sie zusammengestellt.
Zutaten für 4 Personen:
Zubereitung:
Zuerst die Paprika gründlich waschen, halbieren und das Kerngehäuse sowie die weißen Innenhäute entfernen. Die Hälften dann in gleichmäßige, mundgerechte Würfel schneiden. Die rote Zwiebel schälen, halbieren und in hauchdünne Ringe schneiden, damit sie ihr Aroma gut abgibt, ohne vorzuschmecken.
Für das Dressing das Olivenöl mit dem Essig und dem Honig in einer kleinen Schüssel verquirlen, bis eine Emulsion entsteht. Kräftig mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Die Paprikawürfel und Zwiebelringe in eine große Salatschüssel geben und mit dem Dressing sorgfältig vermengen. Den Feta mit den Händen direkt über den Salat bröseln und die grob gehackte Petersilie unterheben. Lassen Sie den Salat vor dem Servieren mindestens 15 bis 20 Minuten ziehen, damit die Paprika etwas weicher wird und das Dressing perfekt aufnimmt.
Zutaten für 4 Personen:
Zubereitung:
Die Paprika waschen und am oberen Ende einen "Deckel" großzügig abschneiden. Die Kerne und Stege vorsichtig entfernen, ohne die Außenwand zu beschädigen. Für die Füllung die Zwiebel und den Knoblauch sehr fein würfeln und mit dem Hackfleisch sowie dem bereits gekochten Reis in einer Schüssel verkneten. Die Masse kräftig mit Salz, Pfeffer und reichlich Paprikapulver würzen.
Füllen Sie die Fleischmasse nun gleichmäßig in die Paprikaschoten und drücken Sie diese leicht fest. In einer Auflaufform die passierten Tomaten mit der Brühe und einer Prise Zucker verrühren. Die gefüllten Schoten aufrecht in die Sauce setzen und die Paprika-Deckel wieder auflegen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Ober-/Unterhitze benötigt das Gericht etwa 45 bis 55 Minuten. Übergießen Sie die Paprika zwischendurch ein- bis zweimal mit der Tomatensauce aus der Form, damit sie schön saftig bleiben. Dazu passt hervorragend eine Portion Reis oder ein frisches Baguette.
Paprika bereichert den Garten nicht nur optisch, sondern ist auch als gesundes, vitaminreiches Gemüse aus der Küche kaum wegzudenken. Dank der enormen Sortenvielfalt und der verschiedenen Anbaumöglichkeiten – ob im Gewächshaus, im Hochbeet oder im Kübel – findet sich für jeden Gartenplatz die passende Pflanze.
Mit der richtigen Kombination aus Wärme, Licht und einer guten Nährstoffversorgung steht einer erfolgreichen Ernte nichts im Wege. Wir bei Beckmann unterstützen Sie dabei gerne mit praxiserprobten Lösungen, die genau auf diese Bedürfnisse abgestimmt sind und Ihnen den Weg zum eigenen Ernteerfolg erleichtern. Viel Freude beim Anbauen und Genießen!