Viele Kräuter und Heilpflanzen aus dem Garten sind nicht nur schön anzusehen oder aromatisch in der Küche, sondern werden seit Langem auch für Tee, Duft, Pflege und die natürliche Hausapotheke geschätzt. Salbei, Kamille, Pfefferminze, Lavendel, Ringelblume, Thymian und Co. lassen sich gut kultivieren und bereichern Garten, Balkon und Vorratsschrank.
Eine ganz klare Grenze zwischen Küchenkräutern, Teekräutern und Heilpflanzen lässt sich kaum ziehen. Viele Pflanzen enthalten ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe oder andere Pflanzenstoffe und werden deshalb seit Generationen in der Kräuterkunde genutzt. Gleichzeitig bringen sie Aroma in die Küche, Duft auf Balkon und Terrasse, Blüten in den Garten und Nahrung für viele Insekten.
Kamille gehört zu den bekanntesten Pflanzen für die Hausapotheke und ist als klassisches Teekraut vielen vertraut. Pfefferminze schmeckt warm oder gekühlt, frische Minzblättchen passen zu Desserts, Getränken und Salaten. Lavendel, Ringelblume, Salbei, Thymian, Rosmarin, Schafgarbe oder Zitronenmelisse ergänzen das Kräuterbeet mit Duft, Farbe und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten.
Es lohnt sich, Kräuter und Heilpflanzen im Garten anzubauen und bei Bedarf frisch zur Hand zu haben oder sich einen getrockneten Vorrat anzulegen. Wer früh starten möchte, kann viele Arten geschützt im Frühbeet oder Gewächshaus vorziehen. Alles Wichtige zum Thema Kräuteranbau und Konservierung von Kräutern finden Sie in unserem Ratgeber Kräuter .
Kräuter und Heilpflanzen können die Hausapotheke sinnvoll ergänzen, ersetzen aber keine medizinische Beratung. Verwenden Sie nur Pflanzen, die Sie sicher bestimmen können. Bei starken, unklaren oder länger anhaltenden Beschwerden, während Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern oder bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte vor der Anwendung fachlicher Rat eingeholt werden.
Im Garten sind Pflanzen gut aufgehoben, die sich vielseitig für Tee, Duft, Badezusätze, Ölauszüge oder Salben verwenden lassen. Das Schöne daran: Viele Arten sind unkompliziert im Anbau, können frisch genutzt oder schonend getrocknet werden und bringen gleichzeitig Blüten, Duft und Insektenleben in den Garten.
Wer sich eine kleine Natur-Hausapotheke aus selbst gezogenen und geernteten Pflanzen zusammenstellen möchte, kann mit bewährten Arten wie Kamille, Ringelblume, Salbei, Pfefferminze, Lavendel, Thymian oder Zitronenmelisse beginnen. Sie lassen sich gut in Kräuterbeete, Staudenbeete, Hochbeete oder Kübel integrieren und sind je nach Art als Tee-, Duft-, Blüten-, Würz- oder Pflegepflanzen interessant.
| Pflanze | Verwendete Pflanzenteile | Traditionelle Verwendung | Typische Zubereitung |
|---|---|---|---|
| Kamille | Blüten | Bei Magen-Darm-Beschwerden, Erkältungszeit, gereiztem Hals und empfindlicher Haut. | Als Tee, Dampfbad, Tinktur, Badezusatz oder Bestandteil von Salben. |
| Johanniskraut | Blühende Triebspitzen, Knospen und Blätter | Für innere Balance, seelisches Wohlbefinden und die dunklere Jahreszeit. | Als Tee oder Ölauszug. Wichtig: Johanniskraut kann Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. |
| Lavendel | Blüten und Blätter | Für Entspannung, Abendrituale, Unruhe und verkrampfte Muskulatur. | Als Tee, Badezusatz, Kräuterkissen, Duftstrauß oder Lavendelöl. |
| Pfefferminze | Blätter | Bei Magen-Darm-Themen, Erkältungszeit und schwerem Kopfgefühl. | Als Tee, erfrischender Kaltauszug, Küchenkräuterzugabe oder verdünntes Öl zur äußeren Anwendung. |
| Ringelblume | Blütenköpfe und Blütenblätter | Für beanspruchte Haut, kleine Hautreizungen, trockene Stellen und Pflegezubereitungen. | Als Ölauszug, Salbe, Badezusatz, Tee-Mischung oder dekorative Blütenzugabe. |
| Salbei | Blätter | In der Erkältungszeit sowie für Mund- und Rachenraum. | Als Tee, Gurgelaufguss oder Küchengewürz. Wegen seines intensiven Aromas sparsam dosieren. |
| Zitronenmelisse | Blätter | Bei innerer Unruhe, leichten Verdauungsbeschwerden und als milder Abendtee. | Als Tee, Kaltauszug, Sirup, Kräuterwasser oder frische Zugabe zu Desserts und Sommerküche. |
| Thymian | Blätter und blühende Triebspitzen | In der Erkältungszeit, für Hals und Stimme sowie als kräftiges Küchengewürz. | Als Tee, Gewürz, Kräutersalz, Badezusatz oder Bestandteil von Kräutermischungen. |
| Rosmarin | Blätter und junge Triebspitzen | Für belebende Kräuterzubereitungen, Pflegeideen und mediterrane Küche. | Als Gewürz, Tee, Badezusatz, Ölauszug oder Kräuteröl. |
| Schafgarbe | Blüten und oberirdische Pflanzenteile | Bei leichten Verdauungsbeschwerden, Frauenkräutern, Teemischungen und naturnahen Kräuterbeeten. | Als Tee, Badezusatz, Tinktur oder Bestandteil von Kräutermischungen. |
Die genannten Beispiele beschreiben traditionelle Verwendungen aus der Kräuterkunde und ersetzen keine medizinische Beratung.
Ein eigenes Kräuter-Hochbeet ist ideal, wenn Kräuter und Heilpflanzen übersichtlich, gut erreichbar und standortgerecht wachsen sollen. Besonders praktisch: In einem Hochbeet erwärmt sich die Erde im Frühjahr schneller, überschüssiges Wasser kann besser ablaufen und die Pflege gelingt bequem in angenehmer Arbeitshöhe. Neben Heilpflanzen können auch klassische Küchenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Bohnenkraut oder Oregano ergänzt werden.
Biologisch sinnvoll ist eine Aufteilung nach Standortansprüchen. Mediterrane Arten wie Lavendel, Salbei, Thymian und Rosmarin brauchen einen sonnigen, warmen Platz und eher durchlässige, nicht zu nasse Erde. Pfefferminze und Zitronenmelisse mögen es humoser und frischer, breiten sich aber stark aus. Sie sitzen deshalb am besten in eingesenkten Töpfen oder in einem eigenen Bereich. Ringelblume, Kamille und Schafgarbe bringen Blüten ins Beet und locken Bestäuber an.
Geeignet für: Lavendel, Salbei, Thymian, Rosmarin.
Diese Pflanzen mögen Wärme, Sonne und eine durchlässige Erde. Mischen Sie in diesem Bereich etwas Sand oder feinen Splitt unter die Pflanzerde, damit keine Staunässe entsteht. Rosmarin steht in rauen Lagen besser im Topf oder geschützt im Gewächshaus, damit er im Winter geschützt werden kann.
Geeignet für: Pfefferminze, Zitronenmelisse, Petersilie, Schnittlauch.
Diese Kräuter mögen eine humose, gleichmäßig frische Erde. Pfefferminze und Zitronenmelisse können sehr wüchsig werden. Setzen Sie sie am besten in große Töpfe oder in abgetrennte Bereiche, damit sie das Hochbeet nicht überwuchern.
Geeignet für: Kamille, Ringelblume, Schafgarbe, Johanniskraut.
Blühende Kräuter und Heilpflanzen machen das Hochbeet lebendig. Sie liefern Erntegut für Tees, Ölauszüge oder Kräutermischungen und sind zugleich wertvoll für Bienen, Schwebfliegen und andere Nützlinge.
Für ein Kräuter-Hochbeet ist nicht überall dieselbe Erde ideal. Unten sorgen grobe Zweige und strukturreiches Material für Drainage. Darüber kommt eine Mischung aus Gartenerde und reifem Kompost. Für mediterrane Kräuter wird die obere Schicht magerer und durchlässiger gemischt; für Minze, Melisse und Schnittlauch darf sie humoser und nährstoffreicher sein. Wer früh starten möchte, kann empfindliche Jungpflanzen in einem Frühbeet, Gewächshaus oder Anzuchtkasten vorziehen.
Ein sonniger, warmer und eher trockener Platz sagt der Kamille zu. Der Boden sollte sandig-humos, locker und nicht zu schwer sein. Als Lichtkeimer werden die Samen nicht mit Erde bedeckt, vor der Aussaat lohnt es sich aber, den Boden gut vorzubereiten. Dazu wird die Erde vom Unkraut befreit, mit etwas reifem Kompost versorgt und fein geharkt.
Leichter geht es, wenn Sie einige Samenkörner ab März vorziehen. Ab Mai können Sie an Ort und Stelle aussäen, mit einem geschützten Platz im Frühbeet geht das auch im Herbst noch. Die Blüten werden geerntet, sobald sie vollständig geöffnet sind.
Im Garten wächst Johanniskraut gut in der ungedüngten Blumenwiese, im Staudenbeet oder im Steingarten, denn die Pflanze ist nicht sehr nährstoffbedürftig und insgesamt anspruchslos. Das Echte oder Tüpfel-Johanniskraut sollte allerdings nicht mit ähnlichen Arten wie dem Großblütigen Johanniskraut (Hypericum calycinum) verwechselt werden.
Die beste Pflanzzeit für die mehrjährige Pflanze ist im Frühjahr oder Herbst. An einem sonnigen Platz entwickelt sie sich gut, das gilt auch für eine Pflanzung im Kübel. Zur Ernte werden meist die blühenden Triebspitzen verwendet.
Unter den verschiedenen Lavendelarten ist der Echte Lavendel eine besonders bekannte Duft- und Kräuterpflanze. Die mediterrane Pflanze liebt sonnige, warme Plätze und durchlässige, eher magere Böden. Obwohl Lavendel Trockenheit gut übersteht, sollte er möglichst im Frühjahr gesetzt werden, wenn die Temperaturen noch nicht ganz so hoch sind und noch Feuchtigkeit im Boden ist.
Für ein kompaktes und buschiges Wachstum wird Lavendel regelmäßig geschnitten. Nach der Blüte können verblühte Triebe zurückgenommen werden, im Frühjahr folgt ein weiterer Rückschnitt. Wichtig ist, nicht zu tief ins alte Holz zu schneiden.
Minzen sind sehr problemlose Gartenbewohner: mehrjährig, überwiegend winterhart und ergiebig, was die Ernte anbelangt. Am besten wachsen sie auf einem nährstoffreichen, humosen und tiefgründigen Boden im Halbschatten oder auch in der Sonne. Wichtig ist vor allem eine gute Wasserversorgung.
Weil Pfefferminze sich sehr üppig ausbreiten kann, lohnt es sich, eine Wurzelsperre einzubauen oder sie gleich im Topf oder Kübel anzubauen. So bleibt sie gut kontrollierbar und kann trotzdem regelmäßig frisch geerntet werden.
Es gibt kaum eine genügsamere Blütenpflanze als die einjährig wachsende Ringelblume. Sie stellt keine besonderen Ansprüche an den Standort und lässt sich unkompliziert in den Garten integrieren. Mit dem Aussäen, zum Beispiel einfach zwischen dem Gemüse, können Sie ab März beginnen.
Wenn die Pflanzen etwa 20 cm Platz zueinander haben, entwickeln sie sich gut. Die leuchtenden Blüten sind für Kräuterzubereitungen, Ölauszüge oder selbst gemachte Salben interessant, bringen Farbe ins Beet und werden gerne von Insekten besucht.
Der Echte Salbei ist ein winterharter Halbstrauch, der bis zu 70 cm hoch wird und sich stark verzweigt. An einem sonnigen und geschützten Platz wird er sich gut entfalten und ist mit seinen samtig behaarten Blättern auch noch sehr dekorativ. Die Blätter werden als Würz- und Teekraut geschätzt.
Wird es sehr frostig, ist ein Winterschutz angebracht. Dafür eignet sich zum Beispiel Fichten- oder Tannenreisig, das locker über die Pflanze gebreitet wird. Staunässe sollte vermieden werden, besonders im Winter.
Die Voranzucht durch Samen kann im März oder April stattfinden, zum Beispiel geschützt im Gewächshaus oder Frühbeet. Da man meist aber nur wenige Pflanzen benötigt, ist es oft die bessere Wahl, Zitronenmelisse als Jungpflanzen zu kaufen. Wenn es warm genug im Garten ist, kommen sie ins Freie an Ort und Stelle.
An einem sonnigen bis halbschattigen Platz fühlt sich die Melisse sehr wohl, vor allem, wenn der Boden humos und tiefgründig ist. Die aromatischen Blätter können frisch verwendet oder für einen Vorrat getrocknet werden. Besonders beliebt ist Zitronenmelisse für Tee, kalte Getränke, Desserts und die Sommerküche.
Thymian ist ein mediterranes Würz- und Teekraut und passt hervorragend in sonnige Kräuterbeete, Hochbeete, Steingärten und Kübel. Er liebt durchlässige, eher magere Erde und kommt mit Trockenheit deutlich besser zurecht als mit Staunässe. Ein Platz in der Nähe von Lavendel, Salbei und Rosmarin ist deshalb ideal.
Geerntet werden Blätter und junge Triebspitzen, gerne auch kurz vor oder während der Blüte. Damit Thymian kompakt bleibt, sollte er nach der Blüte leicht zurückgeschnitten werden. Gleichzeitig ist er eine wertvolle Blütenpflanze für Bienen und andere Insekten.
Rosmarin ist ein mediterraner Halbstrauch mit kräftigem Aroma. Er liebt einen vollsonnigen, warmen und geschützten Standort sowie sehr durchlässige Erde. Im Beet passt er gut zu Thymian, Salbei und Lavendel. In kühlen Regionen ist die Kultur im Kübel oft die sicherste Lösung, weil die Pflanze dann im Winter geschützt stehen kann.
Rosmarin sollte eher sparsam gegossen werden. Staunässe verträgt er nicht. Geerntet werden junge Triebspitzen oder einzelne Zweige. Ein regelmäßiger, leichter Rückschnitt hält die Pflanze kompakt und fördert neue Triebe.
Schafgarbe ist eine robuste, mehrjährige Wild- und Heilpflanze, die auch in naturnahen Gärten sehr gut aufgehoben ist. Sie liebt sonnige Standorte, kommt mit eher mageren Böden zurecht und verträgt Trockenheit gut. Ihre feinen Blätter und flachen Blütendolden passen besonders schön in Kräuterbeete, Blumenwiesen und naturnahe Staudenpflanzungen.
Geerntet werden die Blüten und die oberen krautigen Pflanzenteile. Gleichzeitig ist Schafgarbe eine wertvolle Insektenpflanze, die Schwebfliegen, Wildbienen und andere Nützlinge anzieht. Wer sie im Garten hat, verbindet Kräutervorrat und Naturgarten auf besonders einfache Weise.
Der richtige Erntezeitpunkt entscheidet darüber, wie aromatisch Blätter und Blüten sind. Grundsätzlich gilt: Kräuter und Heilpflanzen am besten an einem trockenen Vormittag ernten, wenn der Tau abgetrocknet ist. Blätter sind häufig kurz vor der Blüte besonders aromatisch, Blüten werden meist frisch geöffnet oder kurz vor dem vollständigen Aufblühen gesammelt.
| Pflanze | Erntezeit | Geerntet werden |
|---|---|---|
| Kamille | Juni bis August | Geöffnete Blütenköpfchen. |
| Johanniskraut | Juni bis August | Blühende Triebspitzen, Knospen und junge Blätter. |
| Lavendel | Juni bis Juli | Blütenstände kurz vor oder zu Beginn der vollen Blüte. |
| Pfefferminze | Mai bis September | Junge Blätter und Triebspitzen, am besten vor der Blüte. |
| Ringelblume | Juni bis Oktober | Frisch geöffnete Blütenköpfe und Blütenblätter. |
| Salbei | Mai bis September | Blätter und junge Triebe, sparsam und regelmäßig. |
| Zitronenmelisse | Mai bis September | Blätter und junge Triebe, besonders aromatisch vor der Blüte. |
| Thymian | Mai bis September | Blätter und blühende Triebspitzen. |
| Rosmarin | April bis Oktober | Junge Triebspitzen und einzelne Zweige. |
| Schafgarbe | Juni bis September | Blüten und obere krautige Pflanzenteile. |
Für einen guten Kräutervorrat ist die schonende Verarbeitung entscheidend. Blätter, Blüten und Triebe sollten sauber, gesund und frei von Schädlingen sein. Stark verschmutzte Pflanzenteile besser nicht waschen, sondern aussortieren, denn zusätzliche Feuchtigkeit erschwert das Trocknen.
Zum Trocknen eignen sich luftige, warme und schattige Plätze. Kleine Sträuße können kopfüber aufgehängt werden, Blüten und einzelne Blätter trocknen gut auf einem Gitter oder einem sauberen Tuch. Direkte Sonne sollte vermieden werden, damit Farbe und Aroma besser erhalten bleiben. Erst wenn die Pflanzenteile vollständig trocken sind, werden sie in dunkle, gut schließende Gläser oder Dosen gefüllt und beschriftet.
Viele Kräuter lassen sich sehr gut selbst vorziehen. Anzuchtkästen, Frühbeete und Gewächshäuser sorgen für geschützte Bedingungen, wenn die Saison früh starten soll oder junge Pflanzen noch empfindlich sind. Für kräftiges Wachstum ist außerdem eine gute Bodenstruktur wichtig: Reifer Kompost verbessert die Erde, fördert das Bodenleben und versorgt Kräuterbeete langfristig mit Nährstoffen.
Die Brennnessel wird oft als Unkraut gesehen, ist im Naturgarten aber eine ausgesprochen wertvolle Pflanze. Junge Blätter können in der Kräuterküche verwendet werden, zum Beispiel für Tee, Kräuterbutter, Smoothies oder wie Spinat kurz gegart. Außerdem ist die Brennnessel eine wichtige Futterpflanze für Raupen verschiedener Schmetterlinge und passt gut in eine naturnahe Gartenecke.
Auch als Gartenhelfer ist sie interessant: Aus Brennnesseln lässt sich eine Pflanzenjauche ansetzen, die als natürlicher Flüssigdünger für stark zehrende Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Kürbis oder Kohl genutzt wird. Klein geschnittene Brennnesseln können außerdem den Kompost bereichern und bringen frisches Grünmaterial in den Kreislauf des Gartens.
Ein wilder Brennnesselplatz am Gartenrand lohnt sich deshalb gleich mehrfach: für die Küche, für Pflanzenstärkung, für die Kompostpflege und für mehr Artenvielfalt. Wichtig ist nur, die Pflanze dort wachsen zu lassen, wo sie nicht stört, und sie vor der Samenbildung zurückzuschneiden, wenn sie sich nicht weiter ausbreiten soll.
Kräuter und Heilpflanzen werden in der Körperpflege schon seit Jahrhunderten genutzt. Es gibt zahlreiche Pflegeprodukte, die mit Kräuterauszügen, Blüten oder ätherischen Ölen angereichert sind. Wer gerne selbst verarbeitet, kann aus eigenen Gartenpflanzen auch einfache Ölauszüge, Badezusätze oder Salben herstellen. Dabei gilt: Selbst gemachte Zubereitungen sollten sauber verarbeitet, gut beschriftet und bei empfindlicher Haut zunächst vorsichtig getestet werden.
Ringelblume, Rosmarin, Kamille, Lavendel, Melisse, Thymian und Salbei sind klassische Pflanzen für natürliche Pflegeideen. Ringelblume ist besonders beliebt für Salben und Ölauszüge, Rosmarin bringt ein kräftiges Aroma mit, Kamille und Lavendel werden gerne für Badezusätze oder Dampfbäder verwendet. Lavendel punktet zusätzlich mit seinem Duft, Melisse wirkt frisch und zitronig, und Salbei ist mit seinen silbrigen Blättern nicht nur im Kräuterbeet dekorativ.
Kräuter und Heilpflanzen machen den Garten vielseitiger. Sie liefern Blätter, Blüten und Triebe für Tee, Küche, Duft, Pflege und Vorrat, bringen Farbe ins Beet und sind zugleich wertvoll für Insekten. Wer die Ansprüche der einzelnen Arten beachtet, kann auf kleinem Raum eine erstaunliche Vielfalt anbauen: mediterrane Sonnenliebhaber wie Lavendel, Thymian, Rosmarin und Salbei, frische Teekräuter wie Pfefferminze und Zitronenmelisse sowie Blütenpflanzen wie Kamille, Ringelblume und Schafgarbe.
Besonders praktisch ist ein eigenes Kräuter-Hochbeet oder eine gut geplante Kräuterecke im Garten. Dort lassen sich Standortbereiche gezielt anlegen, Erntewege kurz halten und Vorräte für die kalte Jahreszeit vorbereiten. So entsteht Schritt für Schritt ein Gartenbereich, der schön aussieht, duftet, nützlich ist und das Leben in Garten und Küche auf natürliche Weise bereichert.