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Ratgeber

Schnecken und andere Plagegeister im Garten

Schädlinge im Nutzgarten natürlich in Schach halten

Mal Hitze und Trockenheit, mal Starkregen, mal kühl und regnerisch: Gerade im Sommer ist Gemüse im Garten oft gefordert. Unter solchen Bedingungen nutzen Schnecken, Läuse, Fliegen und andere Schädlinge ihre Chance und können jungen Pflanzen, Blättern oder Wurzeln zusetzen.

Fraßschäden durch Nacktschnecken an Salat und Zucchini

Wählt man den richtigen Standort für die Pflanzen, versorgt sie bedarfsgerecht mit Wasser, hält ausreichende Pflanzabstände ein und baut Gemüse möglichst in Mischkultur an, sind das beste Voraussetzungen für gesundes Wachstum. Wichtig ist außerdem ein naturnaher Garten, in dem Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schwebfliegen ihren Platz finden. Ihre Larven sind beispielsweise gefräßige Blattlausjäger.

Selbst unter guten Bedingungen kann es vorkommen, dass Blätter angeknabbert, Wurzeln durchhöhlt oder Blüten gefressen werden. Läuse, Fliegen, Wanzen, Schmetterlinge, Wühlmäuse, Käfer, Schnecken und andere Gartenbewohner sind dann am Werk. Ein ausgewogener Garten, vorbeugende Maßnahmen und ein genauer Blick auf die Pflanzen helfen dabei, Schäden früh zu erkennen und gegenzusteuern.

Nützlinge fördern statt vorschnell eingreifen

Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Laufkäfer und viele weitere Tiere helfen dabei, Schädlinge im Garten auf natürliche Weise in Schach zu halten. Wie Sie Blühflächen, Rückzugsorte und passende Lebensräume für Nützlinge schaffen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Nützlinge .

Ratgeber-Inhalt

  • Schnecken im Nutzgarten
  • Schnecken vorbeugen und eindämmen
  • Beckmann Lösungen gegen Schnecken
  • Läuse und ihre Gegenspieler
  • Einen Blühstreifen anlegen
  • Fliegen im Gemüsebeet
  • Was sonst noch Gemüse befällt
  • Fazit: Mit richtiger Vorbeugung zu gesundem Gemüse

Schnecken im Nutzgarten

Weinbergschnecke im Garten

Schnecke ist nicht gleich Schnecke – das ist die wichtigste Botschaft vorweg. Viele Gehäuseschnecken, von der Weinbergschnecke bis zur Hain- oder Baumschnecke, richten im Garten wenig oder keinen Schaden an. Sie leben überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial, Algen oder Pilzen und vergreifen sich nur selten an frischen Blättern, Stängeln und Blüten.

Zu den lästigen Schleimern zählen dagegen einige Nacktschnecken, allen voran die Spanische Wegschnecke und die Ackerschnecke. Frisch aufgegangenes Gemüse, zarte Jungpflanzen und Salate gehören zu ihren bevorzugten Mahlzeiten. In feuchten, regnerischen Phasen können sie im Nutzgarten große Schäden anrichten. Deshalb lohnt es sich, schon vor dem Pflanzen und Säen gezielt vorzubeugen.

Schnecken vorbeugen und eindämmen

Für den schnellen Überblick: hilfreiche Maßnahmen

  • Morgens gießen: Gießen Sie eher selten, dafür durchdringend. So trocknet die Bodenoberfläche über den Tag besser ab.
  • Eigelege suchen: Kontrollieren Sie im Herbst und Frühjahr Bereiche unter Steinen, Brettern oder Töpfen und entfernen Sie sichtbare Gelege.
  • Verstecke reduzieren: Schnecken früh morgens, abends oder bei Regen absammeln und potenzielle Tagesverstecke regelmäßig kontrollieren.
  • Barrieren einsetzen: Schnecken-Barrieren oder Schneckenzäune rund um Beete erschweren den Zugang zu empfindlichen Kulturen.
  • Jungpflanzen schützen: Schutzringe helfen, frisch gepflanztes Gemüse in der besonders empfindlichen Startphase zu sichern.
  • Geeignet mulchen: Grobe, trockene Materialien wie Miscanthusmulch können Schnecken den Weg erschweren. Mehr Tipps dazu finden Sie in unserem Ratgeber Mulchen . Mulchschichten dabei eher dünn ausbringen, damit keine dauerhaften Verstecke entstehen.
  • Vlies lückenlos auflegen: Wenn ein Beet vorher gründlich abgesammelt wurde, kann flach aufgelegtes und an den Rändern gut befestigtes Gartenvlies zusätzlichen Schutz bieten.
  • Bodenstruktur beachten: Im Herbst grobe Bodenschollen vermeiden, da sie Schnecken als Überwinterungsversteck dienen können.
  • Kompost umsetzen: Regelmäßiges Umsetzen, besonders im Herbst, kann die Eiablage stören. Wissenswertes rund um Anlage und Pflege finden Sie im Ratgeber Kompostieren .
  • Nützlinge fördern: Laufkäfer, Vögel, Igel und andere Gartenhelfer gehören zu einem stabilen Gleichgewicht im Garten dazu.
Wenn Schnecken überhandnehmen

Bei starkem Schneckenaufkommen werden im Garten auch Jauchen aus Holunder- oder Rhabarberblättern zwischen den Reihen eingesetzt. Spezielle Nematoden aus dem Fachhandel können je nach Schneckenart eine weitere Möglichkeit sein. In größeren Gärten können auch Laufenten helfen – sie sollten allerdings nur gehalten werden, wenn ihre Bedürfnisse dauerhaft erfüllt werden können.

Beckmann Lösungen gegen Schnecken

Hochbeet mit integriertem Schneckenschutz

Besonders empfindliche Kulturen wie Salat, Kohlrabi, Bohnen oder frisch gesetzte Jungpflanzen lassen sich in einem Hochbeet oft besser schützen und leichter kontrollieren. Das Beckmann Hochbeet Erntewunder besitzt beispielsweise eine integrierte Schneckensperre.

Für Wachstumsbeete und Lärchenholz-Hochbeete gibt es passende Schnecken-Barrieren zum Nachrüsten. Sie bilden einen stabilen Abschluss am Beet und erschweren Schnecken den Zugang zu den Pflanzen. Für flache Beete ist die Schnecken-Barriere Grün eine praktische Möglichkeit, Beetränder gezielt zu sichern.

Auch bei Gewächshäusern gibt es durchdachte Lösungen. Für ausgewählte Modelle sind Fundamentrahmen mit integrierter Schneckensperre erhältlich. Bei Beckmann Hochbeet-Gewächshäusern hält die Halbtür beim Lüften zudem Schnecken, aber auch Hunde und Katzen, draußen.

Weitere Tipps zu Planung, Befüllung und Bepflanzung finden Sie in unserem Ratgeber Hochbeete .

Läuse und ihre Gegenspieler

Blattlausbefall an Salatpflanze

Nicht nur die bekannten Blattläuse, die häufig an Salat, Bohnen und Kohlgemüse auftreten, können im Gemüsegarten Schäden anrichten. Auch Wurzelläuse setzen Salat-, Möhren-, Petersilien- oder Selleriewurzeln zu. Zu den Läusen gehören außerdem Weiße Fliegen, allen voran die Gewächshausmottenschildlaus. Sie tritt unter anderem an Tomaten, Auberginen, Gurken und Melonen auf.

Glücklicherweise sind viele Nützlinge auf Läuse spezialisiert und können einen Befall deutlich begrenzen. Vorbeugend helfen ein vielfältiger Garten, blühende Begleitpflanzen, angepasste Düngung sowie feinmaschige Gemüse- und Kulturschutznetze. Im Gewächshaus können Leimtafeln einen beginnenden Befall sichtbar machen, ersetzen aber keine regelmäßige Pflanzenkontrolle.

Läuse und ihre natürlichen Gegenspieler

Schädling Natürliche Gegenspieler
Blattläuse Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven und Schlupfwespen.
Wurzelläuse Laufkäfer, Raubkäfer und je nach Situation spezielle Nützlinge aus dem Fachhandel.
Weiße Fliegen Schlupfwespen, Raubmilben und Raubwanzen.

Das können Sie bei Läusen tun

  • Mischkultur anbauen und den Garten abwechslungsreich bepflanzen.
  • Blattläuse bei leichtem Befall vorsichtig mit Wasser absprühen.
  • Nicht zu stickstoffreich düngen, denn sehr weiche Triebe sind besonders anfällig.
  • Schutzpflanzen zwischen das Gemüse setzen, zum Beispiel Dill zwischen Möhren.
  • Bei vereinzeltem Befall stark befallene Blätter abschneiden und im Hausmüll entsorgen.
  • Im Gewächshaus Gelbtafeln zur Kontrolle einsetzen.
  • Bei Bedarf Pflanzenbrühen aus Rhabarberblättern, Rainfarn oder Wermut gezielt ausprobieren.

Weitere Grundlagen für einen naturnahen Schutz Ihrer Pflanzen finden Sie in unserem Ratgeber Pflanzenschutz .

Einen Blühstreifen anlegen

Blühstreifen neben Gemüsebeeten

Ein Blühstreifen bringt nicht nur Farbe in den Nutzgarten, sondern schafft Nahrung und Lebensraum für viele Nützlinge. Dafür wird an einem sonnigen Standort ein etwa 30 bis 100 cm breiter Streifen leicht aufgelockert. Anschließend wird eine einjährige Blühmischung gleichmäßig ausgesät, leicht eingeharkt und vorsichtig angegossen.

Während der Keimphase sollte der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden. Später profitieren Schwebfliegen, Florfliegen, Wildbienen und andere Insekten von den Blüten. Auch Kräuter wie Dill, Koriander, Borretsch oder Ringelblumen passen gut in und an Gemüsebeete und ergänzen den Blühstreifen sinnvoll.

Schutzpflanzen clever einsetzen

Pflanzen können sich im Beet sinnvoll ergänzen. Dill zwischen Möhren, Sommer-Bohnenkraut zwischen Bohnen oder Zwiebeln neben Möhren sind bekannte Beispiele für Mischkulturen. Weitere Ideen dazu finden Sie in unserem Ratgeber Schutzpflanzen .

Fliegen im Gemüsebeet

Gemüsebeet mit Kulturschutznetz

Fliegen können im Gemüsebeet ebenfalls lästig werden. Für viele Kulturen gibt es spezialisierte Arten: Kleine und Große Kohlfliege, Möhrenfliege, Zwiebelfliege oder Bohnenfliege legen ihre Eier in der Nähe des Wurzelhalses ab. Die geschlüpften Larven verursachen Fraßgänge, schwächen die Pflanzen und können dazu führen, dass Gemüse fault oder sich nur schlecht entwickelt.

In Mischkultur angebautes Gemüse ist oft weniger stark betroffen. Besonders wirksam ist es, empfindliche Kulturen rechtzeitig mit Gemüse- oder Kulturschutznetzen abzudecken. Die Netze sollten möglichst direkt nach Aussaat oder Pflanzung angebracht und an den Rändern sorgfältig geschlossen werden.

Das können Sie zusätzlich tun

  • Fruchtfolge einhalten, zum Beispiel Bohnen nicht direkt nach Kopfsalat, Spinat, Kohl oder Kartoffeln anbauen.
  • Sommer-Bohnenkraut zwischen Gemüse säen, wenn Gemüsefliegen ein Thema sind.
  • Möhren mit Zwiebelgemüse kombinieren.
  • Frühe Aussaaten sind häufig weniger stark von später auftretenden Fliegen betroffen.
  • Erntereste zeitnah entfernen und nicht im Beet liegen lassen.

Was sonst noch Gemüse befällt

Nicht jeder Schaden im Beet wird von Schnecken, Läusen oder Fliegen verursacht. Auch Raupen, Larven, Wühlmäuse und Ameisen können im Nutzgarten auffallen. Viele Probleme lassen sich mit guter Beetpflege, stabilen Pflanzen, Fruchtfolge, Netzen und gezielten Kontrollen deutlich verringern.

Tier Bevorzugtes Gemüse Vorbeugende Maßnahmen Tipps
Kleiner und Großer Kohlweißling Kohlgemüse Früh aussäen, Kulturschutznetze anbringen, Erntereste entfernen und auf gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit achten. Windoffene Lagen bevorzugen und die Blattunterseiten regelmäßig kontrollieren.
Lauchminiermotte und Lauchmotte Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch Kulturschutznetze ausbringen und Erntereste sofort entfernen. Befallene Spitzen schnell abschneiden; Pflanzenbrühen aus Rhabarberblättern werden im Garten traditionell eingesetzt.
Drahtwürmer Kartoffeln, Möhren, Rüben, Salat Regelmäßig hacken und den Boden locker halten. Halbierte Kartoffeln als Fangköder etwa 4 bis 5 cm tief in den Boden drücken und regelmäßig kontrollieren.
Wühlmäuse Wurzelgemüse Wühlmausgitter in Hochbeeten oder bei empfindlichen Kulturen auslegen. In offenem Gelände Sitzstangen für Greifvögel aufstellen; Gänge kontrollieren und bei Bedarf geeignete Fallen einsetzen. Für größere Flächen kann ergänzend eine Wühlmaus-Scheuche eingesetzt werden.
Ameisen Blatt- und Wurzelgemüse Ameisen möglichst umsiedeln statt bekämpfen. Ein umgestülpter Topf mit lockerer Erde kann beim Umsiedeln helfen. Stark riechende Kräuterjauchen, etwa aus Majoran oder Thymian, werden traditionell zur Vertreibung eingesetzt.

Ameisen gehören zum ökologischen Gleichgewicht im Garten. Maßnahmen sind meist erst nötig, wenn sie sehr stark auftreten oder Pflanzenwurzeln und Wege deutlich beeinträchtigen.

Fazit: Mit richtiger Vorbeugung zu gesundem Gemüse

Gesunder Nutzgarten mit Gemüse und Blumen

Ein gesunder Nutzgarten entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel vieler kleiner Schritte: passender Standort, ausgewogene Wasserversorgung, Mischkultur, Fruchtfolge, regelmäßige Kontrollen und ein Garten, in dem Nützlinge Nahrung und Rückzugsorte finden.

Schnecken-Barrieren, Hochbeete, Schutzringe, Gartenvliese und Kulturschutznetze helfen dort, wo empfindliche Kulturen gezielt geschützt werden sollen. Wer Schäden früh erkennt und vorbeugt, kann Gemüse, Kräuter und Salate meist deutlich entspannter durch die Saison begleiten und sich auf eine gesunde, vielfältige Ernte freuen.

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