Mal Hitze und Trockenheit, mal Starkregen, mal kühl und regnerisch: Gerade im Sommer ist Gemüse im Garten oft gefordert. Unter solchen Bedingungen nutzen Schnecken, Läuse, Fliegen und andere Schädlinge ihre Chance und können jungen Pflanzen, Blättern oder Wurzeln zusetzen.
Wählt man den richtigen Standort für die Pflanzen, versorgt sie bedarfsgerecht mit Wasser, hält ausreichende Pflanzabstände ein und baut Gemüse möglichst in Mischkultur an, sind das beste Voraussetzungen für gesundes Wachstum. Wichtig ist außerdem ein naturnaher Garten, in dem Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schwebfliegen ihren Platz finden. Ihre Larven sind beispielsweise gefräßige Blattlausjäger.
Selbst unter guten Bedingungen kann es vorkommen, dass Blätter angeknabbert, Wurzeln durchhöhlt oder Blüten gefressen werden. Läuse, Fliegen, Wanzen, Schmetterlinge, Wühlmäuse, Käfer, Schnecken und andere Gartenbewohner sind dann am Werk. Ein ausgewogener Garten, vorbeugende Maßnahmen und ein genauer Blick auf die Pflanzen helfen dabei, Schäden früh zu erkennen und gegenzusteuern.
Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Laufkäfer und viele weitere Tiere helfen dabei, Schädlinge im Garten auf natürliche Weise in Schach zu halten. Wie Sie Blühflächen, Rückzugsorte und passende Lebensräume für Nützlinge schaffen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Nützlinge .
Schnecke ist nicht gleich Schnecke – das ist die wichtigste Botschaft vorweg. Viele Gehäuseschnecken, von der Weinbergschnecke bis zur Hain- oder Baumschnecke, richten im Garten wenig oder keinen Schaden an. Sie leben überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial, Algen oder Pilzen und vergreifen sich nur selten an frischen Blättern, Stängeln und Blüten.
Zu den lästigen Schleimern zählen dagegen einige Nacktschnecken, allen voran die Spanische Wegschnecke und die Ackerschnecke. Frisch aufgegangenes Gemüse, zarte Jungpflanzen und Salate gehören zu ihren bevorzugten Mahlzeiten. In feuchten, regnerischen Phasen können sie im Nutzgarten große Schäden anrichten. Deshalb lohnt es sich, schon vor dem Pflanzen und Säen gezielt vorzubeugen.
Bei starkem Schneckenaufkommen werden im Garten auch Jauchen aus Holunder- oder Rhabarberblättern zwischen den Reihen eingesetzt. Spezielle Nematoden aus dem Fachhandel können je nach Schneckenart eine weitere Möglichkeit sein. In größeren Gärten können auch Laufenten helfen – sie sollten allerdings nur gehalten werden, wenn ihre Bedürfnisse dauerhaft erfüllt werden können.
Besonders empfindliche Kulturen wie Salat, Kohlrabi, Bohnen oder frisch gesetzte Jungpflanzen lassen sich in einem Hochbeet oft besser schützen und leichter kontrollieren. Das Beckmann Hochbeet Erntewunder besitzt beispielsweise eine integrierte Schneckensperre.
Für Wachstumsbeete und Lärchenholz-Hochbeete gibt es passende Schnecken-Barrieren zum Nachrüsten. Sie bilden einen stabilen Abschluss am Beet und erschweren Schnecken den Zugang zu den Pflanzen. Für flache Beete ist die Schnecken-Barriere Grün eine praktische Möglichkeit, Beetränder gezielt zu sichern.
Auch bei Gewächshäusern gibt es durchdachte Lösungen. Für ausgewählte Modelle sind Fundamentrahmen mit integrierter Schneckensperre erhältlich. Bei Beckmann Hochbeet-Gewächshäusern hält die Halbtür beim Lüften zudem Schnecken, aber auch Hunde und Katzen, draußen.
Weitere Tipps zu Planung, Befüllung und Bepflanzung finden Sie in unserem Ratgeber Hochbeete .
Nicht nur die bekannten Blattläuse, die häufig an Salat, Bohnen und Kohlgemüse auftreten, können im Gemüsegarten Schäden anrichten. Auch Wurzelläuse setzen Salat-, Möhren-, Petersilien- oder Selleriewurzeln zu. Zu den Läusen gehören außerdem Weiße Fliegen, allen voran die Gewächshausmottenschildlaus. Sie tritt unter anderem an Tomaten, Auberginen, Gurken und Melonen auf.
Glücklicherweise sind viele Nützlinge auf Läuse spezialisiert und können einen Befall deutlich begrenzen. Vorbeugend helfen ein vielfältiger Garten, blühende Begleitpflanzen, angepasste Düngung sowie feinmaschige Gemüse- und Kulturschutznetze. Im Gewächshaus können Leimtafeln einen beginnenden Befall sichtbar machen, ersetzen aber keine regelmäßige Pflanzenkontrolle.
Weitere Grundlagen für einen naturnahen Schutz Ihrer Pflanzen finden Sie in unserem Ratgeber Pflanzenschutz .
Ein Blühstreifen bringt nicht nur Farbe in den Nutzgarten, sondern schafft Nahrung und Lebensraum für viele Nützlinge. Dafür wird an einem sonnigen Standort ein etwa 30 bis 100 cm breiter Streifen leicht aufgelockert. Anschließend wird eine einjährige Blühmischung gleichmäßig ausgesät, leicht eingeharkt und vorsichtig angegossen.
Während der Keimphase sollte der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden. Später profitieren Schwebfliegen, Florfliegen, Wildbienen und andere Insekten von den Blüten. Auch Kräuter wie Dill, Koriander, Borretsch oder Ringelblumen passen gut in und an Gemüsebeete und ergänzen den Blühstreifen sinnvoll.
Pflanzen können sich im Beet sinnvoll ergänzen. Dill zwischen Möhren, Sommer-Bohnenkraut zwischen Bohnen oder Zwiebeln neben Möhren sind bekannte Beispiele für Mischkulturen. Weitere Ideen dazu finden Sie in unserem Ratgeber Schutzpflanzen .
Fliegen können im Gemüsebeet ebenfalls lästig werden. Für viele Kulturen gibt es spezialisierte Arten: Kleine und Große Kohlfliege, Möhrenfliege, Zwiebelfliege oder Bohnenfliege legen ihre Eier in der Nähe des Wurzelhalses ab. Die geschlüpften Larven verursachen Fraßgänge, schwächen die Pflanzen und können dazu führen, dass Gemüse fault oder sich nur schlecht entwickelt.
In Mischkultur angebautes Gemüse ist oft weniger stark betroffen. Besonders wirksam ist es, empfindliche Kulturen rechtzeitig mit Gemüse- oder Kulturschutznetzen abzudecken. Die Netze sollten möglichst direkt nach Aussaat oder Pflanzung angebracht und an den Rändern sorgfältig geschlossen werden.
Nicht jeder Schaden im Beet wird von Schnecken, Läusen oder Fliegen verursacht. Auch Raupen, Larven, Wühlmäuse und Ameisen können im Nutzgarten auffallen. Viele Probleme lassen sich mit guter Beetpflege, stabilen Pflanzen, Fruchtfolge, Netzen und gezielten Kontrollen deutlich verringern.
Ameisen gehören zum ökologischen Gleichgewicht im Garten. Maßnahmen sind meist erst nötig, wenn sie sehr stark auftreten oder Pflanzenwurzeln und Wege deutlich beeinträchtigen.
Ein gesunder Nutzgarten entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel vieler kleiner Schritte: passender Standort, ausgewogene Wasserversorgung, Mischkultur, Fruchtfolge, regelmäßige Kontrollen und ein Garten, in dem Nützlinge Nahrung und Rückzugsorte finden.
Schnecken-Barrieren, Hochbeete, Schutzringe, Gartenvliese und Kulturschutznetze helfen dort, wo empfindliche Kulturen gezielt geschützt werden sollen. Wer Schäden früh erkennt und vorbeugt, kann Gemüse, Kräuter und Salate meist deutlich entspannter durch die Saison begleiten und sich auf eine gesunde, vielfältige Ernte freuen.